Atopische Dermatitis (Neurodermitis)
Die Atopische Dermatitis gehört zu den Krankheitsbildern, deren Ursachen von der modernen Medizin bis heute noch nicht lückenlos erforscht werden konnte. Neben genetischen Faktoren spielen für das Auftreten der Krankheitszeichen an der Haut vielfältige äußere Einflüsse eine Rolle.
Die Wirkung von Ciclosporin bei Atopischer Dermatitis
Die Wirkung von Ciclosporin bei Atopischer Dermatitis
Inzwischen weiß man zuverlässig, dass immunologische Vorgänge eine entscheidende Rolle spielen. Der biologische Abwehrmechanismus, der den Organismus vor Angriffen schützt, ist gestört. Das - an sich lebenswichtige - Immunsystem zeigt Überreaktionen und hat sich der Steuerung entzogen. Das Immunsystem kann körperfremde Stoffe, zu deren Ausschaltung es eigentlich da ist, nicht mehr von körpereigenen zu unterscheiden und richtet sich daher auch gegen den eigenen Körper. Dadurch entsteht ein Ursache-Wirkungs-Kreislauf, der mit einer symptomatischen Behandlung oftmals nicht unterbrochen werden kann.
Ciclosporin kann diese überschießende und fehl regulierte Immunreaktion bremsen, die normalen Abläufe wieder herstellen und kann damit rasch zur Besserung der äußeren Symptome - bis zur kompletten Erscheinungsfreiheit - führen. Ciclosporin verbessert daher auch deutlich die Lebensqualität.
Warum dann nicht gleich Ciclosporin?
Ciclosporin ist ein Medikament, das gezielt die Abwehrreaktion der Immunzellen hemmt. Nach der Einnahme des Medikaments verteilt es sich im ganzen Körper und wird überall wirksam. Die Symptome der Atopischen Dermatitis spielen sich aber fast ausschließlich an der Haut ab. Solange es gelingt, die Krankheitszeichen der Atopischen Dermatitis durch eine äußerliche - lokale - Anwendung entsprechender Mittel mit ausreichendem Erfolg zu behandeln, muss man nicht den Gesamtorganismus beeinflussen. Ciclosporin bleibt deshalb in der Regel der Behandlung schwierigerer Verlaufsformen einer Atopischen Dermatitis vorbehalten.
Die Behandlung mit Ciclosporin
Ihr Arzt verordnet Ihnen das Medikament zunächst in einer Dosis, die auf der Grundlage Ihres Körpergewichts errechnet wird. Die Dosierung kann sich während der Therapie ändern. In der Regel wird zur Einleitung einer raschen Abheilung mit einer täglichen Dosis von täglich 2,5 bis 3,5 mg Ciclosporin pro kg Körpergewicht begonnen und eine Obergrenze von 5 mg pro kg Körpergewicht in der Regel nicht überschritten. Ciclosporin sollte in zwei Gaben - je eine morgens und abends - eingenommen werden.
Woran merken Sie, dass die Ciclosporin-Behandlung wirkt?
Der quälende Juckreiz bessert sich bei den meisten Patienten bereits zwei bis drei Tage nach Beginn der Therapie mit Ciclosporin. Wenn das Medikament bei Ihnen wirksam ist, werden Sie nach zwei bis drei Wochen bemerken, dass auch die anderen Krankheitssymptome zurückgehen. Im Allgemeinen reicht eine Behandlungsdauer von sechs bis acht Wochen aus; aber auch eine längere Anwendung kann notwendig sein.
Was geschieht, wenn die Krankheit erneut auftritt?
Es ist möglich, dass auch bei einer erfolgreichen Behandlung nach dem Absetzen von Ciclosporin wieder eine Verschlechterung eintritt. Meist wird der Verlauf dann weniger schwer, eher schleichend sein. Dann ist eine erneute Behandlung mit Ciclosporin grundsätzlich möglich. Eine Langzeittherapie mit Ciclosporin kann eine sinnvolle Alternative bei Patienten mit schwerer Atopischer Dermatitis sein, bei denen mit einer kürzeren Therapiedauer kein anhaltender klinischer Erfolg erzielt werden konnte.
Es gibt keine "Gewöhnung" an das Medikament, es bleibt immer gleich wirksam. Seine Anwendung ist lediglich durch eventuell auftretende Nebenwirkungen begrenzt, die aber durch regelmäßige Kontrolluntersuchen weitgehend vermieden werden können.