
Bei der Rheumatoiden Arthritis, der Psoriasis und anderen Autoimmunerkrankungen ist die Kommunikation zwischen den körpereigenen Abwehrzellen gestört: Sie werden aktiv, obwohl gar kein Angriff körperfremder, potentiell schädlicher Substanzen vorliegt. Die T-Zellen, die als Alarmsystem fungieren, verwechseln ausgerechnet das körpereigene Gewebe mit feindlicher Substanz. Angreifende Makrophagen und andere Abwehrzellen richten, wenn dieser Vorgang unkontrolliert abläuft, zum Teil nicht wieder gut zu machende Zerstörungen an.
Verwechslung: Das Immunsystem
zerstört eigenes Gewebe
In diese fehlerhafte Hochregulierung und Aktivierung des Immunsystems gegen körpereigenes Gewebe greift der Wirkstoff Ciclosporin ein. Es reguliert das Immunsystem wieder herunter und trägt zu einer Normalisierung bei. Ciclosporin wirkt direkt auf die Fehlsteuerung der T-Zellen: Es unterdrückt die Bildung und Abgabe von Zytokinen (Botenstoffen) aus den T-Zellen - und so die Weitergabe von Fehlinformationen.
Die Ursachen angehen:
Die Fehlsteuerung verhindern
Wie erzielt Ciclosporin diese Wirkung?
Ciclosporin hemmt die Produktion von Zytokinen, die ruhende T-Zellen in aktive Zellen verwandeln. Die Substanz unterdrückt durch die Hemmung des Calcineurin-Calmodulin-Komplexes die Transkription von Interleukin (IL) -2. Bei fehlendem IL-2 können die T-Lymphozyten - vorwiegend CD4-T-Zellen - nicht aktiviert werden und schon aktivierte T-Zellen sich nicht vermehren - was zu einer reversiblen Hemmung des Immunsystems führt. Vornehmlich unterdrückt Ciclosporin die Synthese des Zytokins IL-2, aber auch die Synthese anderer Botenstoffe - lnterleukin-3, -4, -5, -8 und Interferon-Gamma (IFN-g) - wird gehemmt. Bereits aktivierte T-Lymphozyten werden kaum beeinflusst.
Außerdem konnte gezeigt werden, dass Ciclosporin die Freisetzung von Histamin und anderen entzündungsfördernden Stoffen wie Leukotrien und Prostaglandin von Mastzellen und basophilen Granulozyten hemmt.

Wirkungen von Ciclosporin
