Uveitis
Die Uveitis ist eine entzündliche Augenerkrankung. Eine Uveitis kann sich sehr rasch entwickeln (akute Verlaufsform), aber auch eher schleichend verlaufen (chronische Form). Bei der Uveitis kann es sich um eine einmalige Entzündung handeln, die - rechtzeitig erkannt und therapiert - folgenlos heilt. Wenn sie chronisch wird, ist eine Erblindung nicht auszuschließen. In der Bundesrepublik leiden etwa eine halbe Million Menschen an einer Uveitis. Jährlich kommen ungefähr zehntausend weitere Patienten hinzu. Den Fachleuten gibt die Uveitis nach wie vor große Rätsel auf, denn bei etwa 70 bis 90 Prozent der Patienten findet man keine Ursache für die Entzündungen; sie gilt als Autoimmunkrankheit.
Die Wirkung von Ciclosporin bei Uveitis
Man weiß mittlerweile allerdings, dass an der Entzündungsreaktion bei der autoimmun bedingten Uveitis immunologische Vorgänge ganz wesentlich beteiligt sind. Wahrscheinlich werden Eiweißstrukturen des Auges mit fremden Stoffen verwechselt; das körpereigene Abwehrsystem - das Immunsystem - weist also einen Steuerungsfehler auf. Ciclosporin ist in der Lage, die Immunreaktion des Körpers gezielt zu dämpfen: Es hindert fehlgeleitete Zellen des Immunsystems - die so genannten T-Zellen - daran, entzündungsfördernde Botenstoffe freizusetzen und sorgt dadurch für ein Abklingen der Uveitis. Von Vorteil ist auch, dass mit Ciclosporin der Einsatz von Kortikosteroiden reduziert werden kann.
Die Behandlung mit Ciclosporin
Ciclosporin wird zumeist bei Patienten verwendet, bei denen herkömmliche Therapien keinen Erfolg brachten und durch häufig wiederkehrende Entzündungen eine dauerhafte Schädigung des Auges droht.
Ciclosporin wird nur verwendet, wenn keine infektiöse Ursache für die Uveitis ausgemacht werden kann. Meist wird erst versucht, die Entzündung durch die Gaben von Kortikosteroiden in den Griff zu bekommen. Wenn durch diese Therapie die Uveitis nicht abklingt oder nach dem Absetzen der Medikamente ein Rückfall - ein so genanntes Rezidiv - erfolgt, kommt eine längerfristig ausgerichtete, langwirksame und krankheitsmodifizierende Therapie mit Ciclosporin in Frage.
Bei speziellen Uveitis-Formen wie der Behcet-Uveitis allerdings wird bereits frühzeitig Ciclosporin eingesetzt, da hier Steroide nicht ausreichend wirksam sind.
Wie ist die Dosierung?
Ciclosporin sollte in zwei Gaben - je eine morgens und abends - eingenommen werden. Sie erhalten Ciclosporin in einer Tagesmenge verordnet, die sich nach Ihrem Körpergewicht berechnet. Die Dosierung kann sich während der Therapie ändern. Früher wurde zur Einleitung einer raschen Abheilung mit einer täglichen Dosis von 5-10 mg Ciclosporin pro kg Körpergewicht begonnen, bis eine Rückbildung der Uveitis und eine Besserung der Sehkraft eintritt. Die mittlerweile üblichen Dosierungen sind jedoch meistens niedriger und betragen 2-5 mg/kg Körpergewicht. Zur Einleitung einer raschen Rückbildung oder im akuten Stadium kann Ihr Arzt zusätzlich eine systemische Kortikosteroid-Behandlung mit 0,2-0,6 mg Prednison pro kg Körpergewicht täglich oder gleich wirksame Dosen anderer Kortikosteroide erwägen, wenn das Ciclosporin alleine nicht ausreicht. Zur Weiterbehandlung wird die Dosis dann langsam auf die niedrigste noch wirksamste Dosis gesenkt.
Die Behandlungsdauer liegt im Regelfall zwischen 3 und 16 Monaten.
Woran merken Sie, dass die Ciclosporin-Behandlung wirkt?
Die Augenentzündungen klingen durch die Ciclosporin-Behandlung ab und die Sehfähigkeit wird wirksam verbessert.