Häufige Fragen zur Atopischen Dermatitis

Was ist Atopische Dermatitis?

Die Atopische Dermatitis wird auch als Neurodermitis, Atopisches Ekzem oder Endogenes Ekzem bezeichnet. Sie ist eine chronische Hauterkrankung an der etwa 4% der Bevölkerung leiden.
Oftmals beginnt die Krankheit bereits im Säuglings- oder Kindesalter und die auftretenden Ekzeme unterscheiden sich in ihrer Lokalisation oft in Abhängigkeit vom Alter der Betroffenen. Allen Altersgruppen gemeinsam ist jedoch der mögliche Befall des Gesichts, was die Patienten vor große psychische Probleme stellt. Außer Gesicht sowie Hals sind besonders die Beugen betroffen. Im akuten Stadium geht das Ekzem mit Rötung, Schwellung, Bläschen, Nässen, Krusten- und Schuppenbildung einher, begleitet von starker Trockenheit der Haut und ausgeprägtem Juckreiz. In einigen Fällen treten zusätzlich allergisches Asthma und Heuschnupfen auf. Mit zunehmendem Alter bessert sich die Erkrankung meist, manchmal klingt sie sogar vollständig ab. Durch ihren chronischen Charakter ist sie jedoch nicht absolut heilbar.
 

Was ist die Ursache der Atopischen Dermatitis?

Die Atopische Dermatitis gehört zum Formenkreis der atopischen Erkrankungen. Das sind Krankheiten, die durch eine erblich bedingte Überreaktion des körpereigenen Abwehrsystems, des Immunsystems, gekennzeichnet sind. Doch zusätzlich zu den genetischen Voraussetzungen spielen äußere Faktoren eine Rolle, welche den eigentlichen Ausbruch der Erkrankung verursachen. Dies können so genannte Allergene sein, also Substanzen, die beim Patienten eine allergische Reaktion auslösen, welcher dann in der Folge eine Atopische Dermatitis entwickelt.
Häufige Allergene in diesem Zusammenhang sind Hausstaub, Milben, Pollen, Schimmel oder aber auch gewisse Nahrungsmittel wie Nüsse oder Milch. Darüber hinaus können auch psychische Faktoren wie Stress am Ausbruch der Neurodermitis beteiligt sein.
Die genauen Mechanismen, die zu den Beschwerdebildern der Haut führen, sind jedoch noch nicht ausreichend bekannt und weiterhin Gegenstand intensiver Untersuchungen.
 

Wie wird Atopische Dermatitis behandelt?

Die Therapie bei der Atopischen Dermatitis richtet sich nach dem Alter der Patienten und der Aktivität der Erkrankung. Wichtig ist eine kontinuierliche äußerliche Pflege mit entsprechend individuell verordneten Pflegemitteln zur Behandlung der generell eher trockenen Haut beim Atopiker und damit verbundenen verminderten Schutzbarrieren gegenüber Krankheitserregern wie Bakterien und Viren. In einem akuten Schub ist der Einsatz von Kortison, je nach Schweregrad sowohl innerlich als auch äußerlich, eine wirkungsvolle Therapie, die jedoch nur kurzfristig eine Besserung bringt. Viele Patienten haben zudem Sorge um die bekannten Nebenwirkungen bei andauernder oder wiederholter Kortisontherapie. Berichtet wird ebenfalls ein verstärktes Aufflammen der Hauterscheinungen nach Absetzen der Kortisontherapie. Besonders bei schweren Symptomen stößt der Arzt mt der Behandlung mit Steroiden bezüglich der Wirksamkeit an die Grenzen.
Zudem erhalten die Patienten Antihistaminika, um gegen den Juckreiz vorzugehen. Darüber hinaus stehen eine ganze Reihe weiterer effektiver Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung wie die UV-Fototherapie (beispielsweise UVA1-Kaltlicht-Fototherapie). Langanhaltende Therapien werden in Form von Diäten, Klimatherapien und ausgeprägter Hautpflege durchgeführt. Trotz dieser vielen Möglichkeiten richten sich diese Behandlungswege nicht an die Ursachen der Erkrankung, sondern versuchen die Symptome zu lindern. Eine Alternative bei schweren Formen der Neurodermitis stellt Ciclosporin dar, da es ursächlich in das Krankheitsgeschehen einwirkt. Die Behandlung mit Ciclosporin ist mittlerweile etabliert und wie die bisherigen Erfahrungen belegen, sprechen Ekzempatienten in der Regel nicht nur sehr gut, sondern auch sehr rasch auf die Therapie mit dem Immunmodulator an.
 

Warum wird Ciclosporin bei der Behandlung der Atopischen Dermatitis eingesetzt?

Ciclosporin ist bei der Atopischen Dermatitis schnell und stark wirksam. Ciclosporin wird vornehmlich bei Patienten mit schwerer Ausprägung der Erkrankung eingesetzt, bei denen äußerliche Anwendungen keinen Erfolg brachten und die nach wie vor stark unter ihrer Erkrankung leiden. Ciclosporin hindert bestimmte fehlgeleitete Zellen des Immunsystems - die so genannten T-Zellen - daran, entzündungsfördernde Botenstoffe freizusetzen und kann dadurch für ein Abklingen der Atopischen Dermatitis sorgen. Bei den meisten Patienten kann Ciclosporin eine rasche Verbesserung des Juckreizes und des Hautzustandes erreichen, welche sich zumeist schon nach 2 Wochen einstellt. Ciclosporin kann auch über einen längeren Zeitraum ohne gefürchtete Nebenwirkungen eingenommen werden und dem Patienten dadurch zu einer anhaltenden beschwerdefreien Phase verhelfen.
 
 
Die Geschichte von Ciclosporin 
 
Die Geschichte von Ciclosporin
 
 
Ciclosporin: eine Urlaubsentdeckung
Der Wirkstoff Ciclosporin wurde bereits in den 1970er Jahren in den Sporen (deshalb die Endung -sporin) eines Bodenpilzes entdeckt, der von einer Urlaubsreise aus Norwegen mitgebracht wurde. Dieser Pilz wächst natürlicherweise in torfigen, alpinen Böden und kommt u.a. auch auf dem norwegischen Fjell vor.
Es stellte sich heraus, dass Ciclosporin sehr gezielt die Abwehrreaktion des körpereigenen Immunsystems unterdrückt.

 
 
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