Fragen zur Psoriasis

Was ist Psoriasis?

"Psoriasis" ist der medizinische Fachausdruck für die Hautkrankheit Schuppenflechte. Der Name stammt von dem griechischen Begriff "psao", was so viel heißt wie "ich kratze" ("psora" griech. Krätze). Wie schon der Name besagt, äußert sich diese Erkrankung, an der in Deutschland ca. 2 Millionen Menschen leiden, durch Schuppen und Rötungen der Haut. Diese treten zumeist in scharf begrenzten Hautarealen auf (sogenannte Plaques).
Die Krankheit, die chronisch und meist schubweise verläuft, geht mit silbrig-weißen Schüppchen und entzündlich geröteten Hautflecken, insbesondere an Knie- und Ellenbogen einher. Das Krankheitsgeschehen spielt sich vor allem in der obersten Hautschicht ab. Hier werden etwa vier Mal schneller als bei Gesunden Oberhautzellen gebildet, die sich an der Oberfläche zu Hornzellen verdichten. Das erstmalige Auftreten einer Psoriasis kann sich in jedem Alter ereignen, wenn auch in der zweiten Lebensdekade und im Alter zwischen 50 und 60 Jahren deutlich mehr Fälle auftreten.
 

Was ist die Ursache für Psoriasis?

Die tieferen Ursachen und Zusammenhänge, die sich für das Entstehen der Hautsymptome und der Gelenkerkrankung verantwortlich zeichnen, sind bis heute nur teilweise bekannt. Sicher ist allerdings, dass an der anhaltenden Entzündungsreaktion und dem beschleunigten Hautzellwachstum immunologische Vorgänge ganz wesentlich beteiligt sind. Eine Entzündung, die wir äußerlich als Rötung, Erwärmung, manchmal auch als Schwellung bemerken, ist das sichtbare Zeichen einer Aktivierung der Abwehrkräfte und -mechanismen des Organismus. Dass dieser lebenswichtige Vorgang bei einer Schuppenflechte lokal ganz ohne erkennbaren Grund eintritt und sich ständig wiederholt oder chronisch andauert, liegt daran, dass das Immunsystem einen Steuerungsfehler entwickelt hat. Es hat verlernt, bestimmte körpereigene Substanzen auch als körpereigen zu erkennen und behandelt sie wie fremde Stoffe, indem es sie mit einer Entzündungsreaktion bekämpft.
Bei der Psoriasis besteht eine erbliche Anlage für die Entwicklung der Krankheit; daher steigt die Wahrscheinlichkeit an Psoriasis zu erkranken, wenn eines oder gar beide Elternteile bereits unter Psoriasis leiden. Zusätzlich spielen körpereigene oder körperfremde Auslösefaktoren eine große Rolle. Dies können Alkohol, Infekte, Stress, Medikamente oder aber auch viele andere unbekannte Umwelteinflüsse sein.
 

Welche Typen von Psoriasis gibt es?

Es wird eine Typ 1- und eine Typ 2-Psoriasis unterschieden. Beim Typ 1 beginnen die Hautsymptome meistens zwischen dem 10. und 20. Lebensjahr. Oft findet man hier in der Familie weitere Betroffene. Bei der Typ 2-Psoriasis beginnen die Hauterscheinungen erst im Alter von 50 bis 60 Jahren und zeigen normalerweise keine familiäre Häufung. Bei beiden Typen geht man davon aus, dass die Anlage, unter bestimmten Bedingungen psoriatische Hautveränderungen zu entwickeln, vererbt wird. Ausgelöst wird die Erkrankung durch verschiedene Faktoren. Dies können sowohl innere Faktoren wie Psyche, Stress, Alkohol und Medikamente als auch äußere Einflüsse, wie Verletzungen sein. Infektionskrankheiten, Stoffwechselstörungen, hormonelle Veränderungen und umweltbedingte Einflüsse sind ebenfalls mögliche Auslöser.
 

Wie wird Psoriasis behandelt?

Es gibt verschiedene Wege und Möglichkeiten eine Psoriasis zu behandeln, die sich jedoch in Dauer, Anwendungsbereich und Therapieerfolg stark voneinander unterscheiden. Grundsätzlich sollte der Betroffene bei den ersten Symptomen einen erfahrenen Hautarzt aufsuchen, dem abhängig von der Intensität der Erkrankung unterschiedliche Therapiewege offen stehen.
Der Hautarzt wird bei schwachen Formen zunächst topische Arzneimittel - also Medikamente zum Auftragen auf die erkrankten Hautpartien - verschreiben und unter Umständen eine Phototherapie (UV-Lichtbehandlung) anordnen. Dies kann bei leichten Formen der Psoriasis zu Erfolgen führen, bekämpft jedoch nur die äußeren Symptome.
Für schwere Ausprägungen der Schuppenflechte sind diese Maßnahmen nicht sehr gut geeignet und daher zieht der behandelnde Mediziner eine systemische - innerliche - Therapie der topischen Anwendung vor. Bei der systemischen Therapie, konnten über viele Jahre sehr gute Erfahrungen mit Ciclosporin verzeichnet werden. Ciclosporin greift direkt in die krankhafte Immunreaktion ein, ist hochwirksam und kann entweder als Dauer- oder als zeitweilige Behandlung verordnet werden.
 

Warum und wie wird Ciclosporin bei der Behandlung der Psoriasis eingesetzt?

Ciclosporin hindert bestimmte fehlgeleitete Zellen des Immunsystems, die so genannten T-Zellen, daran, entzündungsfördernde Botenstoffe freizusetzen und kann dadurch für ein Abklingen der Psoriasis sorgen. Es existieren hierbei zwei erprobte Verfahren mit denen zahlreiche Mediziner sehr gute Erfahrungen sammeln konnten.
Zum einen setzen die behandelnden Dermatologen Ciclosporin in der Kurzzeit-Intervalltherapie ein, die bis maximal 3 Monate oder bis zum Erreichen eines Therapieerfolgs durchgeführt wird und zum anderen wird eine Langzeittherapie durchgeführt, bei der Ciclosporin bis zu 2 Jahre verabreicht wird. Die Langzeittherapie wird bei Patienten mit schwerer Psoriasis angewandt, die zu häufigen Rückfällen neigen. Die Kurzzeit-Intervalltherapie wird von kürzeren oder längeren Zeitabschnitten unterbrochen, in denen der Behandlungserfolg nach Möglichkeit mit topischen Medikamenten stabilisiert werden soll. Gelingt dies nicht, wird die Ciclosporin-Therapie wiederholt.
 
 
Die Geschichte von Ciclosporin 
 
Die Geschichte von Ciclosporin
 
 
Ciclosporin: eine Urlaubsentdeckung
Der Wirkstoff Ciclosporin wurde bereits in den 1970er Jahren in den Sporen (deshalb die Endung -sporin) eines Bodenpilzes entdeckt, der von einer Urlaubsreise aus Norwegen mitgebracht wurde. Dieser Pilz wächst natürlicherweise in torfigen, alpinen Böden und kommt u.a. auch auf dem norwegischen Fjell vor.
Es stellte sich heraus, dass Ciclosporin sehr gezielt die Abwehrreaktion des körpereigenen Immunsystems unterdrückt.

 
 
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