Was ist Rheuma?
Unter dem Begriff Rheuma wird eine Vielzahl sehr verschiedener Krankheitsbilder zusammengefasst. Nach der internationalen Klassifikation sind etwa 100 Erkrankungen dem rheumatischen Formenkreis zuzuordnen. Das Wort Rheuma kommt von dem griechischen Wort "fließen" oder "strömen". Ursprünglich wurde es benutzt, um den fließenden und ziehenden Schmerz, der bei Erkrankungen des Bewegungssystems entsteht, zu beschreiben. Als rheumatische Erkrankungen werden heute in der Regel die Erkrankungen bezeichnet, die sich am Bewegungsapparat, das heißt an den Gelenken, Sehnen und Muskeln abspielen und dort Schmerzen verursachen.
Was ist Rheumatoide Arthritis?
Die Rheumatoide Arthritis - in Deutschland auch noch als chronische Polyarthritis bezeichnet oder umgangssprachlich als Gelenkrheuma - ist eine chronisch entzündliche Erkrankung, welche überwiegend die Gelenke befällt. Bei schweren Formen ist die Lebenserwartung deutlich eingeschränkt. Typische Symptome sind nächtliche und morgendliche Schmerzen sowie Morgensteifigkeit in den Fingergelenken, die typischerweise mehr als 60 Minuten anhält. In der weiteren Entwicklung können weitere Gelenke befallen werden und es kommt zu Gelenkverformungen, wenn die Erkrankung nicht effektiv behandelt wird; seltener sind Organe, beispielsweise Augen, Haut, Herz und Lunge, betroffen.
Die Rheumatoide Arthritis tritt bei ca. 1% der Bevölkerung auf, wobei Frauen bedeutend häufiger betroffen sind als Männer. Genetische Faktoren spielen bei der Erkrankung auf jeden Fall eine Rolle. Zusätzlich sind autoimmunologische Prozesse - das sind Vorgänge, die sich gegen körpereigenes Gewebe richten - für die Erkrankung verantwortlich. Die ersten Symptome treten häufig im Alter zwischen 30 und 50 Jahren auf, aber treffen kann es Menschen jeden Alters, auch Kinder und Jugendliche. Rheumatoide Arthritis ist also keineswegs eine typische Alterserkrankung.
Die Rheumatoide Arthritis tritt bei ca. 1% der Bevölkerung auf, wobei Frauen bedeutend häufiger betroffen sind als Männer. Genetische Faktoren spielen bei der Erkrankung auf jeden Fall eine Rolle. Zusätzlich sind autoimmunologische Prozesse - das sind Vorgänge, die sich gegen körpereigenes Gewebe richten - für die Erkrankung verantwortlich. Die ersten Symptome treten häufig im Alter zwischen 30 und 50 Jahren auf, aber treffen kann es Menschen jeden Alters, auch Kinder und Jugendliche. Rheumatoide Arthritis ist also keineswegs eine typische Alterserkrankung.
Wie ist der Krankheitsverlauf bei der Rheumatoiden Arthritis?
Der Krankheitsverlauf der Rheumatoiden Arthritis ist individuell verschieden und kann in Schüben erfolgen. Ursache der Rheumatoiden Arthritis ist eine Fehlsteuerung des körpereigenen Abwehrsystems (Immunsystem). Dabei kommt es zu einem Angriff der im Körper vorhandenen Abwehrzellen auf körpereigene Substanzen. Dieser Abwehrprozess ist ein komplexer Mechanismus, an dem verschiedenste Zellen unseres Immunsystems beteiligt sind. Die Folge dieser Fehlsteuerung ist eine Entzündung, bei der Knorpel- und andere Zellen des Gelenks aufgelöst werden. Gleichzeitig vermehren sich die Zellen der Gelenkinnenhaut. Dadurch passen die ursprünglich fein aufeinander abgestimmten Strukturen nicht mehr zueinander. Das Gelenk erscheint auf dem Röntgenbild verengt.
- Dieser Prozess äußert sich als Schmerz in den Gelenken und durch zunehmende Einschränkung der Beweglichkeit (Funktionsverlust).
- Einseitige Belastungen und Schonhaltungen als Reaktionen auf die Schmerzen in den Gelenken können die Folge sein.
- Der Grad der Behinderung beeinflusst die Lebensqualität mehr oder weniger stark.
Wie erfolgt die Diagnose?
Die Schilderung der Beschwerden durch den Patienten und eine ärztliche Untersuchung ermöglichen eine genaue Diagnose der Krankheit. Die ersten Anzeichen der Erkrankung lassen nicht gleich an eine Rheumatoide Arthritis denken. Symptome wie abnehmender Appetit, Gewichtsverlust, Müdigkeit und ein allgemeines Krankheitsgefühl können auf unterschiedliche Krankheiten hinweisen. Viele Menschen leiden auch unter nächtlichen Schweißausbrüchen. Ebenso kann ein Kribbeln in den Fingern oder Sehnenscheidenentzündung auftreten. Symptome wie Morgensteifigkeit, Gelenkschwellungen und -schmerzen in Fingern und Zehen weisen schon deutlicher auf eine Gelenkerkrankung hin. Allgemein wandeln sich die in der Frühphase eventuell diffusen Symptome im weiteren Verlauf einer Rheumatoiden Arthritis zu konkreten Gelenkbeschwerden.
Welche Untersuchungen werden durchgeführt?
Um den Zustand Ihrer Gelenke und Knochen sichtbar zu machen, können die folgenden Techniken zur bildlichen Darstellung genutzt werden:
- Röntgenaufnahmen zur Untersuchung, ob und wie weit die Gelenke bereits geschädigt sind.
- Computertomographie (CT) zur räumlichen Darstellung des entsprechenden Körperbereichs.
- Ultraschall (Sonographie) und Kernspintomographie (MRT) zur Darstellung der Gelenkinnenhaut und anderer Weichteile.
Untersuchungen im Labor: Zu den Blutuntersuchungen gehört die Feststellung der Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG), bei der man die Zeit misst, in der sich die roten Blutkörperchen in einem Glasröhrchen absetzen. Hier gibt es Veränderungen, wenn im Körper eine Entzündung vorliegt. Ebenso geben einige der im Blut vorhandenen Eiweiße Aufschluss über Entzündungsprozesse. Für die Diagnose kann der Nachweis des Rheumafaktors, eines Antikörpers, sehr hilfreich sein. Der Rheumafaktor muss allerdings im Bild der gesamten Diagnose betrachtet werden. Er ist bei 75-80% der Patienten mit aktiver Rheumatoider Arthritis nachweisbar und je höher seine Konzentration im Blut ist, desto größer ist das Risiko eines schnellen und aggressiven Krankheitsverlaufs.
Was sind die Ursachen der Rheumatoiden Arthritis?
Die konkreten Ursachen für die Rheumatoide Arthritis sind bis heute nicht bekannt. Experten gehen jedoch davon aus, dass zu Beginn des Krankheitsprozesses Zellen des Immunsystems aktiviert werden, die sich dann in einer Autoimmunreaktion gegen den eigenen Körper richten. Es kommt zu einer Entzündung der Gelenkinnenhaut (Synovia) unter Einbeziehung nahezu aller Zellen des Immunsystems. Die Botenstoffe, so genannte Zytokine, mit deren Hilfe die Zellen miteinander kommunizieren, steuern diese Entzündung. Durch die Wirkung der Zytokine entsteht aus der Gelenkinnenhaut (Synovia) ein geschwulstartiges Gewebe (Pannus). Dieses zerstört dann Knorpel, Knochen und andere Strukturen des betroffenen Gelenks irreversibel.
Wie äußert sich die Rheumatoide Arthritis?
Die Erkrankung kann sich sehr individuell entwickeln. Die meisten Betroffenen berichten über einen schleichenden Krankheitsbeginn, wobei als erste Symptome Morgensteifigkeit, Gelenkschmerzen, Gelenkschwellungen aber auch Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Müdigkeit und Nachtschweiß auftreten.
Um jedoch eindeutige Diagnosekriterien zu haben, hat die amerikanische Rheuma-Vereinigung ACR Richtlinien definiert, die besagen, dass eine Rheumatoide Arthritis dann mit hoher Wahrscheinlichkeit vorliegt, wenn vier der folgenden sieben Kriterien erfüllt sind:
Um jedoch eindeutige Diagnosekriterien zu haben, hat die amerikanische Rheuma-Vereinigung ACR Richtlinien definiert, die besagen, dass eine Rheumatoide Arthritis dann mit hoher Wahrscheinlichkeit vorliegt, wenn vier der folgenden sieben Kriterien erfüllt sind:
- Morgensteifigkeit der Gelenke von mindestens einer Stunde Dauer und über einen Zeitraum von mehr als sechs Wochen
- Arthritis mit tastbarer Schwellung in einer oder mehreren Gelenkregionen über einen Zeitraum von mehr als sechs Wochen
- Arthritis an Hand- und Fingergelenken über einen Zeitraum von mehr als sechs Wochen
- Symmetrische Arthritis über einen Zeitraum von mehr als sechs Wochen
- Rheumaknoten
- Rheumafaktornachweis im Blut
- Typische Röntgenveränderungen wie gelenknahe Osteoporose und/oder Erosionen
- Rheumafaktornachweis im Blut
- Typische Röntgenveränderungen wie gelenknahe Osteoporose und/oder Erosionen
Wie wird die Rheumatoide Arthritis behandelt?
Die Behandlung der Rheumatoiden Arthritis erfordert eine große Erfahrung sowie Zusammenarbeit zwischen Rheumatologen, Orthopäden, Krankengymnasten und Ergotherapeuten. Eine individuelle Therapie und das gezielte frühzeitige Vorgehen sind hierbei von entscheidender Bedeutung. Das fundamentale Ziel der Behandlung ist jedoch nicht nur die Schmerzlinderung, sondern vor allem die Erhaltung der Gelenkfunktion und die Verhinderung irreparabler Gelenkschäden. Dies gelingt durch neue medikamentöse Therapieformen mit dem Wirkstoff Ciclosporin in Mono- oder Kombinationstherapie.
Warum wird Ciclosporin bei der Behandlung der Rheumatoiden Arthritis eingesetzt?
Ciclosporin ist in der Lage, gezielt bestimmte fehlgeleitete Zellen des körpereigenen Abwehrsystems zu hemmen und kann so ein Fortschreiten der Gelenkentzündung verhindern. Ciclosporin ist sicher anwendbar: In vielen klinischen Studien hat sich gezeigt, dass befürchtete Nebenwirkungen auf Blutdruck und Nieren dosisabhängig sind und spätestens nach Beendigung der Therapie sich wieder vollständig zurück bilden. Ciclosporin kann auch in Kombination mit vielen anderen Medikamenten eingesetzt werden und so sehr wirksam unwiderruflichen Gelenkzerstörungen vorbeugen.


