Häufige Fragen zur Uveitis

Was ist eine Uveitis?

Uveitis ist eine entzündliche Augenkrankheit. Von den Entzündungen betroffen sein können die Regenbogenhaut, der Strahlenkörper und die Aderhaut. Meistens sind nur Einzelabschnitte betroffen:
  • Iritis (Entzündung der Regenbogenhaut)
  • lridocyclitis (Entzündung des Strahlenkörpers)
  • Uveitis intermedia (Abschnitt zwischen Strahlenkörper und Aderhaut)
  • Chorioiditis (Entzündung der Aderhaut)
  • Chorioretinitis oder Retinochorioiditis (Entzündungen der Ader- und Netzhaut bzw. der Netz- und Aderhaut; je nach bevorzugtem Befall)
Die beiden ersten Formen werden als werden als vordere Uveitis (Uveitis anterior); die letzten beiden als hintere Form der Uveitis (Uveitis posterior) bezeichnet. Wenn alle drei Abschnitte gleichzeitig betroffen sind, spricht man von Panuveitis.
 

Was ist die Ursache für die Uveitis?

Manche Uveitis-Formen werden durch Bakterien und Viren (z.B. Tuberkulose, Herpes, Varizellen), Pilze (Candida albicans) und Parasiten (Toxoplasmose) ausgelöst, während andere im Rahmen von System-Erkrankungen u. a. aus dem rheumatischen Formenkreis (z.B. juvenile rheumatoide Arthritis, Morbus Bechterew) vorkommen.
Bei etwa 70 bis 90 Prozent der Patienten findet man allerdings keine äußere Ursache für die Entzündungen, sie gelten als autoimmunbedingt. Wahrscheinlich werden Eiweißstrukturen, die im Auge vorkommen, von der Abwehr mit fremden Antigenen verwechselt. Das führt zu Entzündungsreaktionen am Auge. Eine solche Reaktion ist überraschend: Denn eigentlich verlaufen Abwehrvorgänge - selbst wenn es darum geht Keime unschädlich zu machen - im Auge vergleichsweise gedämpft, da Entzündungen dort den empfindlichen Strukturen eher schaden als nützen.
 

Wie wird die Uveitis behandelt?

Wenn die Uveitis durch eine Infektion hervorgerufen wurde, wird spezifisch - z. B. mit einem Antibiotikum - behandelt und gleichzeitig die Entzündung durch lokale Verabreichung von Kortikosteroiden reduziert. Bleibt die Ursache unbekannt, wird durch die unspezifische Gabe von Kortison - als Tropfen, Salben oder Tabletten, aber auch als Injektion neben den Augapfel - die Entzündung reduziert. Besteht die Gefahr von Verklebungen der Regenbogenhaut, wird die Pupille rechtzeitig und ausreichend lange medikamentös weitgestellt. Bei einer Augeninnendruckerhöhung werden zusätzlich drucksenkende Tropfen oder Tabletten gegeben. Manchmal sind auch chirurgische Maßnahmen notwendig.
Wenn durch diese Therapie die Uveitis nicht abklingt oder nach dem Absetzen der Medikamente ein Rückfall - das so genannte Rezidiv - erfolgt, kommt eine längerfristig ausgerichtete, langwirksame und krankheitsmodifizierende Therapie, analog zur Therapie anderer entzündlich-rheumatischer oder immunologischer Systemerkrankungen, in Frage.
 

Warum wird Ciclosporin bei der Behandlung der Uveitis eingesetzt?

Ciclosporin wird zumeist bei Patienten verwendet, bei denen herkömmliche Therapien keinen Erfolg brachten und durch häufig wiederkehrende Entzündungen eine dauerhafte Schädigung des Auges droht. Ciclosporin hindert bestimmte fehlgeleitete Zellen des Immunsystems - die so genannten T-Zellen - daran, entzündungsfördernde Botenstoffe freizusetzen und kann dadurch für ein Abklingen der Uveitis sorgen. Von Vorteil ist auch, dass mit Ciclosporin der Einsatz von Kortikosteroiden reduziert werden kann.
Bei der Behcet-Uveitis wird bereits frühzeitig Ciclosporin therapiert, da hier Steroide langfristig nicht ausreichend wirken.
 
 
Die Geschichte von Ciclosporin 
 
Die Geschichte von Ciclosporin
 
 
Ciclosporin: eine Urlaubsentdeckung
Der Wirkstoff Ciclosporin wurde bereits in den 1970er Jahren in den Sporen (deshalb die Endung -sporin) eines Bodenpilzes entdeckt, der von einer Urlaubsreise aus Norwegen mitgebracht wurde. Dieser Pilz wächst natürlicherweise in torfigen, alpinen Böden und kommt u.a. auch auf dem norwegischen Fjell vor.
Es stellte sich heraus, dass Ciclosporin sehr gezielt die Abwehrreaktion des körpereigenen Immunsystems unterdrückt.

 
 
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